Klang ist Schwingung, Schwingung ist Energie, Energie ist Leben. Zum Leben braucht es den Atem. Atem ist der Anfang und das Ende des Lebens. Mit dem Atem strömt Energie durch den Körper. Der Atem ist magische Anregung für alle Vorgänge im Körper.
Um die Flöte zum Klingen zu bringen muss die Luftsäule im Inneren des Flötenrohres in Schwingung versetzt werden. Dies geschieht, indem ein gebündelter Luftstrahl genau an die äussere Mundlochkante geblasen wird. Dort bricht der Luftstrahl, und es entstehen kleine Wirbel. Diese wiederum sorgen dafür, dass die Luft in der Flöte zu schwingen beginnt. Die Flöte klingt!
Während bei der Blockflöte die Aufgabe des Bündelns und Richtens des Luftstrahls der Windkanal übernimmt, muss der Querflötespieler diese Arbeit selber besorgen. Wie komplex dies ist, sehe ich jeweils während den ersten Stunden der neuen Querflötenanfänger.
"Die Flöte will nicht, es ist wie verhext!", höre ich den Schüler rufen.
Es gilt, alle Muskeln der unteren Gesichtshälfte bewusst zu machen: Wilde Grimassen werden geschnitten. Im Spiegel erscheinen allerlei Gnome und Monster. Jetzt wird ein Löchlein zwischen Ober - und Unterlippe geformt. Nicht zu gross und nicht zu klein soll es sein. Der Schüler spricht ein stummes "bööö". Der Unterkiefer ist beweglich, er sorgt dafür, dass der Luftstrahl im richtigen Winkel gelenkt wird. Damit aber das Lippenlöchlein nicht zu gross wird, muss die Oberlippe mitgeführt werden...kompliziert...
Mit dem Spiegel geht es besser.Üben kann man auch, indem man gegen die Hand bläst. Den Luftstrahl bündeln - die Luft wird kalt - und ihn über die Hand wandern lassen. Oder ein Stück Trinkhalm zwischen die Lippen stecken, und den Halm zwischen den Lippen bewegen, aha!, jetzt "sieht" man die Richtung des Blasstrahls auch...
Gebündelte Luft kann klingen; Wenn exakt gegen eine Papierkante geblasen wird, wird der Luftstrahl als scharf zischendes Geräusch hörbar.
Also, jetzt das ganze mit der Querflöte. In der Kinngrube wird die Querflöte angelegt, die Unterlippe bedeckt das Mundloch ungefähr zu einem Drittel. Lippen richtig formen, und blasen. Mit etwas Glück hat sich die Mühe gelohnt und der Ton gelingt!
Magie: Energie wird gebündelt und an den richtigen Ort geschickt - Schwingung entsteht!